Morbus Dupuytren

Morbus Dupuytren

Morbus Dupuytren (Dupuytren'sche Kontraktur) ist eine krankhafte Veränderung der Handinnenfläche, bei der das Bindegewebe entlang der Fingerbeugesehnen sowie im Bereich der Hohlhandfaszie vernarbt. Dadurch verdicken und verkürzen sich die Strukturen gleichermaßen. Meistens verändern sich Ring- und Kleinfinger.

Die Krankheit tritt gewöhnlich bei Männern nach dem 50. Lebensjahr auf. Frauen sind wesentlich seltener davon betroffen.


Beschwerden und Symptome


Zunächst spürt der Patient nur eine unter der Haut liegende Verhärtung in der Handinnenfläche. Nach Monaten oder Jahren kommt es zu einer zunehmenden Einziehung der betroffenen Finger in die Hohlhand, verbunden mit der Unfähigkeit die Finger zu strecken.

Abgesehen von einer genetischen Disposition ist die Ursache der Erkrankung bislang weitgehend ungeklärt. Gehäuftes Auftreten wird bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Epilepsie oder starkem Alkoholkonsum beobachtet.

Diagnostik


Durch die klinische Untersuchung wird die Diagnose gesichert. Ein bildgebendes Verfahren ist meist unnötig. Die Erkrankung wird klinisch in mehrere Stadien eingeteilt:

  • Stadium 0: keine Krankheitszeichen
  • Stadium 1: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 0° und 45°
  • Stadium 2: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 45° und 90°
  • Stadium 3: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 90° und 135°
  • Stadium 4: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen über 135°

Therapie


Während bei einigen Patienten die Ausdehnung der Erkrankung über viele Jahre nahezu konstant bleibt, tritt bei anderen Patienten innerhalb einiger Monate eine erhebliche Zunahme der Kontraktur (Fingerverkrümmung) auf. Eine operative Therapie sollte nicht zu früh erfolgen. Eine Operation ist ratsam, wenn die Hand nicht mehr flach auf den Tisch gelegt werden kann. Das passiert, wenn sich der Morbus Dupuytren im Stadium 1-2 befindet. Die Wirksamkeit konservative Maßnahmen ist bislang nicht belegt. Die Aktivität und damit das Fortschreiten der Erkrankung werden vielmehr durch genetische Faktoren bestimmt.

Der operative Zugangsweg richtet sich unter anderem nach der Ausdehnung der Erkrankung. Meistens wird ein zickzackförmiger Schnitt im Verlauf der Hohlhand und der betroffenen Finger durchgeführt. Dieser verhindert spätere Komplikationen durch Narbenbildung im Bereich der Haut. Während der Operation wird das gesamte krankhafte Bindegewebe offen entfernt.

Nachbehandlung


Die Entfernung des Nahtmaterials erfolgt nach ca. 12 Tagen. In dieser Zeit sollte die Hand geschont und nur leichte Alltagsbelastungen durchgeführt werden. Außerdem sollten intensive physiotherapeutische Behandlungen sowie eine eigenständige Bewegungstherapie zur Wiedererlangung der vollen Beweglichkeit des Fingers durchgeführt werden.