Krampfadern

Krampfadern (Varikosis)

Die Bezeichnung „Krampfader“ leitet sich von dem althochdeutschen Wort „krimpfen“ (= „krümmen“) ab. Prinzipiell wird eine anlagebedingte (primäre) von einer krankheitsbedingten (sekundären) Varikosis unterschieden.

Die primäre Varikosis ist die weitaus häufigere Form und kommt durch eine Bindegewebsschwäche in der Venenwand zustande. Hierfür werden Faktoren wie genetische Veranlagung, Schwangerschaft, Übergewicht und stehende Belastung im Beruf verantwortlich gemacht.

Die sekundäre Varikosis tritt meist als Folge einer Thrombose der tiefen Beinvenen auf. Das aus dem Bein zurückfließende Blut kann hierbei nicht mehr über die größeren tiefen Beinvenen abfließen und „sucht“ sich seinen Weg zurück über die kleineren oberflächlichen Venen, die dann aufgrund der Überlastung Krampfadern ausbilden.

Unter dem Begriff „Besenreiservarizen“ versteht man sehr kleine, in der Haut liegende Minikrampfadern, die auf das Vorliegen einer chronischen Venenerkrankung und auf ein postthrombotisches Syndrom hinweisen können.


Beschwerden und Symptome


In den Unterschenkeln werden Schwellung, Spannungsgefühle, Juckreiz und gelegentlich nächtliche Wadenkrämpfe beklagt.
Es kommt durch die Blutstauung bedingt in der Haut hier im Verlauf der Erkrankung zu Pigmentstörungen, Ausdünnung der Hautschichten, lokalen Entzündungen und schließlich auch zum offenen Venengeschwür.

Diagnostik


Neben der Erfragung der Beschwerden und der gründlichen körperlichen Untersuchung ist heute die Sonographie (Duplexsonographie) das wichtigste diagnostische Instrument. Hierbei können der Verlauf der Krampfadern, tiefliegende Krampfadern und der Blutstrom darin beurteilt werden.

In manchen Fällen wird vor einer Krampfadern OP eine sogenannte Phlebographie gefordert. Diese Spezialuntersuchung erfolgt in der bei einem Radiologen. Hierbei wird ein Röntgenbild des Venensystems mit Kontrastmittel durchgeführt. Dadurch wird bei komplexen Befunden ein untersucherunabhängiges Bild der Venenerkrankung des gesamten Beines ermöglicht.

In jedem Fall wird in unserer Praxis unmittelbar vor einer operativen Behandlung direkt vom Operateur selbst nochmals eine Ultraschallkontrolle der Krampfadern vorgenommen.

Therapie

 

Es gibt konservative und operative Therapieverfahren. Die Wahl des therapeutischen Vorgehens richtet sich in unserer Praxis nach dem Beschwerdebild des Patienten und nach der Ausprägung der vorliegenden Krampfadern. Die Operation ist die Therapie der ersten Wahl in der Behandlung der deutlichen Krampfadern der beiden Hauptvenen (V. saphena magna / parva).

Konservative Therapieverfahren:    
Reduktion von Übergewicht, häufiges Hochlagern der Beine, kalte Wassergüsse am Morgen, viel Bewegung, Kompressionsstrümpfe.

Operative Therapie:    
Herausziehen (Stripping) des betroffenen Anteils der Hauptvene über eine Sonde und separate Entfernung der Seitenäste durch kleine Hautinzisionen. Insgesamt sind hierbei nur kleine Hautschnitte nötig.

Sklerosierung:    
Mit der Verödungsmethode können Besenreiser und kleinere Varizenäste behandelt werden.

Nachbehandlung


Die Operation wird ambulant durchgeführt.  Manchmal wird bei der Operation eine Drainage eingelegt, die nach etwa 2 Tagen entfernt wird. Es wird eine Thromboseprophylaxe mit Einmalspritzen für etwa 1 Woche durchgeführt. Gehstöcke sind in der Regel nicht erforderlich.

Das operierte Bein sollte in den ersten Tagen gut hochgelagert und gekühlt werden. Nach 8-10 Tagen können die Hautfäden entfernt werden.
Für ein gutes Langzeitergebnis ist auf eine konsequente Kompressionsbehandlung (anfangs mit Binden, dann mit Strümpfen) nach der OP für insgesamt 6 Wochen zu achten.

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit richtet sich vor allem nach der körperlichen Belastung bei der beruflichen Tätigkeit und kann zwischen wenigen Tagen und einigen Wochen liegen. Eine sportliche Belastungsfähigkeit wird nach etwa 4-6 Wochen erreicht.

Bei der Varikosis handelt es sich um eine chronische Krankheit, die trotz OP und konservativer Therapiemaßnahmen weiter fortschreiten kann. Sowohl bei konservativer als auch bei operativer Behandlung sind deshalb langfristig regelmäßige Verlaufskontrollen (z.B. alle 6 Monate) anzuraten, um eine weitere Entwicklung der Krankheit frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.